Schlangengifttherapie

Fotolia_1028206_XSDie Verwendung von Substanzen und Giften aus dem Tierreich für Heilzwecke ist Jahrtausende alt. Vom Gift zum Heilmittel war es ein langer Weg.

 

Erst die Entdeckung der komplexen Vielzahl von Enzymen in den Tierstoffen lassen heute die alte Medizin in einem anderen Licht erscheinen. Bei den Schlangen-Reintoxinen, die heute verwendet werden, handelt es sich um Enzymkomplexe, die mit einem speziellen fermentativen Verfahren vornehmlich aus Schlangen-, aber auch aus anderen Tiergiften gewonnen werden und als reine Enzymkomplexe vom stark eiweißhaltigen Gift befreit sind.

 

Die Gifte der Schlangen und anderer Tiere unterscheiden sich vor allem in den verschiedenen Komplexen von Enzymen. Es handelt sich um Wirkstoffe, die in den Stoffwechselprozess und die Funktionen von Zellen eingreifen. Das Charakteristikum aller Enzyme ist, dass sie nicht direkt Zellprozesse verändern und angreifen, sondern als Gruppe der Katalysatoren (=Beschleuniger) Stoffwechselvorgänge beeinflussen und steuern. Sie selbst bleiben unverändert und bilden keine weiteren Spaltprodukte. Biochemische Reaktionen werden durch Enzyme verändert, wobei schon kleine Mengen ausreichend sind. Die Enzymkomplexe aus Tiergiften haben sich als ein Therapeutikum mit sehr spezifischer Wirkungsrichtung bewährt.

 

Alle Schlangengifte enthalten etwa 35-50 verschiedene Enzymarten, wobei die Zusammensetzung der Enzyme sehr unterschiedlich ist und damit natürlich auch die jeweilige therapeutische Einsatzmöglichkeit.

Ob ein Präparat giftig ist oder als Heilmittel angesehen werden muss, hängt nicht nur vom Wirkstoff allein ab, sondern von dessen Menge und Aufbereitung. Deshalb sollte erwähnt werden, dass die Reintoxin-Enzymkomplexe im Mengenverhältnis homöopathischen Dosierungen (etwa D6, in der forte Form D4) entsprechen. Eine Überdosierung, geschweige denn eine Vergiftung, ist somit unmöglich.